Ausstellung Spiegelwelten - Harpreeth Sodhi, Juni 2014 in Monschau

Im Juni fand im Aukloster in Monschau eine Ausstellung von Bildern der Imgenbroicher Malerin Harpreet Sodhi statt. Das Besondere dieses Projektes lag darin, daß die meditativ ausdrucksstarken Bilder der aus Indien stammenden Malerin in anderen Sparten der Kunst "gespiegelt" werden sollten. Deswegen trug die ganze Ausstellung auch den Titel "Spiegelwelten".     Zunächst war es die Tanzkunst aus Harpreet Sodhis indischer Heimat, die in der Eröffnungsveranstaltung sowohl die Bilder der Malerin interpretierte wie auch Gedichttexte, die drei in Monschau und Imgenbroich wohnende Autoren den Bildern gewidmet hatten. Bei der zweiten Veranstaltung ging der Akzent mehr auf die Musik über. Abwechselnd mit der Lesung von Texten der beteiligten Lyriker Józef Górka, Vincent Rudolf und Josef Schreier spielte das Musikerehepaar Ingeborg und Uwe Gäb eine Reihe von Duos für Violine und Klavier, die sowohl auf die Bilder wie auch auf die Texte Bezug hatten. So erklangen drei Sätze aus einer Sonate in D-Dur von Jean-Marie Leclair, die das Programm begannen und abschlossen. Besonders auf ausgewählte Bilder abgestimmt waren etwa die berühmte "Méditation" aus der Oper "Thais" von Jules Massenet, eine Transkription des Heine'schen "Schwanenlieds" in der Vertonung von Fanny Hensel und das "Hebräische Lied" aus den Slawischen Tänzen von Efrem Zimbalist.      Das besondere Ereignis des Nachmittags war aber die Uraufführung der "Spiegelbilder für Violine und Klavier" des jungen, aus Imgenbroich stammenden Komponisten Anno Schreier. Das Werk entstand als Auftragskomposition eigens für die Ausstellung und für diesen Konzertnachmittag. Für Ingeborg und Uwe Gäb war diese Komposition nach ihren eigenen Worten eine besondere Herausforderung, die sie aber hervorragend meisterten.   Das dreisätzige kleine Werk mit den Satzbezeichnungen "Grazioso", Grave" und "Vivace, sehr rhythmisch" machte auch auf die Zuhörer einen starken Eindruck. Besonders der letzte Satz mit seinen vertrackten rhythmischen Verspannungen rief in der Interpretation des Ehepaars Gäb Begeisterung hervor. Dabei ging es dem Komponisten nicht darum, in seiner Musik etwa ein Bild oder einen Text lediglich "eins-zu-eins" zu illustrieren. Er nahm vielmehr das Ausstellungs-Thema der "Spiegelwelten" zum Anlaß, nun selber in seinem Stück innermusikalische "Spiegelungen" zu konstruieren und hörbar zu machen. In der Tat rief das Stück in mehreren Passagen den Eindruck eines Kaleidoskops hervor, in dem sich Formen und Klangfarben in vielfacher Weise variierten, sich gegenseitig zuspielten und reflektierten. So wurde das Thema der Ausstellung in völlig eigenständiger Weise nun ihrerseits "gespiegelt". Der Beifall des Publikums war einhellig.          Die Ausstellung wurde mit dem dritten Nachmittag mit Annalisa Derossi und Markus Berzborn beendet. (siehe Aktuelles) Insgesamt hat dieses Projekt in seinem Zusammenwirken verschiedener Kunstformen jedenfalls für Monschau gewisse Maßstäbe gesetzt, von denen nur zu hoffen ist, daß sie zu weiteren  Unternehmungen ähnlicher Art führen werden.         Josef Schreier