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  • Ein großer Musiker ist nicht mehr unter uns: Der Pianist Jacques Loussier ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Er hat mich als Musiker von Jugend auf beeindruckt. Ich besitze selber etliche seiner berühmten "Play Bach" LP aus den 60iger Jahren, aufgenommen mit seinem Trio. Er gehörte zu den Musikern des sogen. U-Bereich, die bereits in den 60iger Jahren in den Kanon der Unerrichtsthemen der Schulmusik aufgenommen wurden und tatsächlich hatte ich die erste Begegnung mit seiner Musik im Unterricht des Gymnasiums.

          Hier eine Würdigung von BR Klassik ->

  • Am 14. September 2018 stellen die Hochschule für Musik und Tanz Köln und der Landesverband der Musikschulen NRW von 10 bis 17 Uhr die Ergebnisse des Projekts „Eine (Musik)Schule für alle“ (EMSA) vor – das Kooperationsmodell zwischen Musikschulen und weiterführenden allgemeinbildenden Schulen. Näher Informationen hier !

 

  • Der israelische Komponist und Dirigent Noam Sheriff ist am vergangenen Samstag im Alter von 83 Jahren in Netanya / Israel verstorben. Seinen Durchbruch als Komponist feierte er durch die Aufführung von Festival Prelude durch Leonard Bernstein 1957 mit dem Israel Philharmonic Orchestra in Tel Aviv. Von 1983 bis 1986 unterrichtete er an der Kölner Musikhochschule. Noam Sheriff war mit der israelischen Komponistin Ella Milch-Sheriff verheiratet.

 

  • Zum Start des Bonner Beethovenfestes laden über 1000 Kinder und Jugendliche zur Veranstaltung Bühne frei für Beethoven am Samstag, dem 1.September 2018 ab 12.00 Uhr (Marktplatz) zu verschiedenen Bühnen in der Bonner Innenstadt ein.-> Programm (leider keine Detail-PDF verfügbar)

 

  • "Fundsache" und immer noch aktuell, wenn auch die Szenen heute etwas anders aussähen: Einkleiner Spot Sönke Wortmanns, den ich vor über 20 Jahren initiert habe und der in Kinos und in den Werbeblocks einiger Privatsender lief: Kinder brauchen die richtigen Instrumente

 

  • Der Gründer des musikalischen Musikausbildungskonzepts El Sistema in Venezuela, José Antonio Abreu, ist am Samstag im Alter von 78 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Sein Konzept und der Auftritt des daraus hervorgegangenen venezoelanischen Jugendorchesters  „Simón Bolívar“ unter der Leitung des jungen Gustavo Dudamel  2007 in der Bonner Beethovenhalle waren Auslöser, das lokale  Musikerziehungskonzept JeKi (Jedem Kind ein Instrument), heute JeKITS, zu einem erfolgreichen nordrhein-westfälischen Projekt zu machen.
  • Die Frakfurter Band "Cherry Tree" mit der gebürtigen Monschauerin Simone Gäb als Bassistin und ihr aktueller Web-Auftritt! Stimmungsvolle Szenemusik zwischen Pop und Blues, Rock und Jazz. Hört rein, schaut die Clips oder besucht die Band live - demnächst in Wiesbaden und Rüsselsheim. Cherry Tree  - die pure Lust am Songs schreiben.
  • Das Konzert der evangelischen Kirchengemeinde Monschau  am 1. Oktober 2017 bot eine Reihe von Höhepunkten, wie sie nur selten in normalen Gemeindkonzerten zu erleben sind. Neben einigen exquisiten Solobeiträgen erklang auch der im Gemeindegesang zu Beginn bereits angestimmte Liedtext "Von guten Mächten wunderbar geborgen" in der Vertonung von Konrad Lang, der selber zugegen war. Die Sopranistin Tatjana Kronau, begleitet an der Orgel von Anno Schreier, schaffte eindrucksvoll, die innere Verbundenheit des Komponisten zum Text zum Ausdruck zu bringen. Als Solisten und Begleiter traten ferner auf: Susanne Hoenen und Hansotto Schwacke,(Blockflöte), Anno Schreier und Christioph Goffart  (Orgel), Ingeborg Gäb und Gwendolen Webster (Cembalo), Uwe Gäb (Violine) sowie der Ökumenische Chor Monschau aus dem Katholischen Kirchenchor St. Mariä Geburt Monschau und dem Chor der evangelischen Kirchengemeinde Monschau unter Leitung von Ingeborg Gäb. Die langjährige Chorleiterin der Gemeinde wurde in dieser Veranstaltung nach über 25 Jahren Tätigkeit in den Ruhestand verabschiedet. Eindrucksvoll sang die große Chorgemeinschaft zum Abschluss unter Ingeborg Gäbs Leitung den Psalm 43, Richte mich Gott, in der Vertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Zur ausführlichen Rezension der Aachener Nachrichten: hier

Großes Gemeindekonzert und ein Abschied

Am Sonntag, dem 1. Oktober 2017, findet um 19.00 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Monschau das diesjährige Gemeindekonzert der  evangelischen Kirchengemeinde statt. Die Gemeinde hat zahlreiche Musikerinnen und Musiker, die über viele Jahre von innerhalb und von außerhalb der Gemeinde verbunden waren, engagiert, um dieses besondere Konzert zu gestalten. Letztmalig ist Ingeborg Gäb für die Programmgestaltung verantwortlich, die nach 25 Jahren als Leiterin des evangelischen Chores in den Ruhestadt verabschiedet wird. Sie wird selber am Cembalo mitwirken und als Leiterin eines ökumenischen Chores, der aus "ihrem" Chor und dem katholischen Kirchenchor St. Marien besteht, mit dem sich eine langjährige Partnerschaft verbindet. Beide Chöre gemeinsam werden zum Abschluss des Konzertes den Psalm 43 "Richte mich Gott" in der Vertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdiy aufführen.

 

Gelungener Festivalauftakt der Monschau Klassik

Gestern Abend eröffneten die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter und der Schirmherr des Festivals, WDR-Intendant Tom Buhrow, in der traumhaften Kulisse der Monschauer Burg das diesjährige Klassik Festival. Der Weltklassegeiger Daniel Hope spielte bestens aufgelegt trotz wenig lauschiger Sommertemperaturen zusammen mit dem Orchester l’arte del mondo "Die vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi" und „The Four Seasons Recomposed“ von Max Richter, und ließ mit seinem beindruckenden, mit dem Orchester bestens abgestimmten Spiel die reichlich vorhandenen Zuhörer die Kälte zumindest zeitweilig vergessen. Das begeistert applaudierende Publikum wurde mit zwei Zugaben (letzter Satz des Doppelkonzertes von Antonio Vivaldi und die "Air" von Joh.Seb. Bach) belohnt. Zum Glück verschonte der schwächelnde Sommer 2017 Publikum und Musiker vor Platzregen und der winterlichen vierten Jahreszeit.

Hier der Link zu einem interessanten bereits 12 Jahre alten Portrait des Geigers.

Uwg./ 20.08.2017

Mich erreichte die traurige Nachricht, dass mein verehrter Lehrer und väterlicher Freund

Prof. Hans Giesen

am 21. März 2017 im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Hans Giesen leitete viele Jahre sehr erfolgreich eine Klavierklasse am Robert-Schumann-Institut in Düsseldorf.

Ingeborg Gäb

...und hier etwas für Chorfans:  http://www1.wdr.de/unterhaltung/unterhaltung-im-westen/chorwettbewerb/bester-chor-im-westen-aufruf-100.html. 

Das besondere Konzert:

Türkisch jüdische Lieder, israelische Songs, Kantillationen aus dem jüdischen Gottesdienst sowie jüdische Liebeslieder präsentiert die Sängergruppe „Drei Kantoren“ in der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln Gescher La Massoret. Das Konzert der Sänger Tal Koch (Tenor), Iddo Beit-Halachmi (Bariton) und Assaf Levitin mit Klavierbegleitung von Naaman Wagner beginnt am 28. Januar 2017  um 19 Uhr.

Wo?             Jüdische Liberale Gemeinde Köln Gescher la Massoret
Wann?            Samstag, 28. Januar 2017, 19.00 Uhr
  Eintritt frei - Spenden erwünscht


  Bitte Personalausweis mitbringen (wegen Sicherheitskontrolle)!


Die Gruppe „Drei Kantoren“ ist während des Kantorenstudiums am Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg entstanden und hat bislang zwei CDs herausgebracht. Das Konzert wird veranstaltet mit Unterstützung des Zentralrats der Neujahrskonzeram 1. Januar 2017

 

  • Neujahrskonzert am 1. Januar 2017: Rezension

Das Kinderorchester NRW feiert seinen 10. Geburtstag:

Zur Seite geht es hier.

 

 

 

 

Zur Uraufführung der Oper Hamlet von Anno Schreier:

Anno Schreiers neue Oper „Hamlet“ hatte im September 2016 im traditionsreichen „Theater an der Wien“ in der österreichischen Hauptstadt eine erfolgreiche Premiere. Das Wiener Haus wollte zum Shakespeare-Jahr ein neues Musiktheater-Stück präsentieren. Es gab den Auftrag für das Libretto an Thomas Jonigk und für die Musik an den Monschauer Komponisten.
Dieser „Hamlet“ war nicht einfach eine „Vertonung“ des berühmten Theaterstücks, sondern erzählte die Geschichte des rätselhaften Dänenprinzen ganz neu. Der Librettist stützte sich dazu auf die Quellen, die auch bereits Shakespeare vorgelegen hatten.
So ist dieses neue Stück, im Vergleich zum Shakespeareschen Hamlet, vereinfacht, radikalisiert, aber auch aktualisiert. Es handelt sich nun um eine familiäre Konstellation, die heute ablaufen könnte. Die Sprache ist eine ganz und gar heutige, ebenso natürlich Anno Schreiers Musik.
Nur sechs Personen präsentieren dieses Familiendrama, das es in sich hat. Da ist der junge Prinz Hamlet und der Geist seines gleichnamigen Vater, der von seinem Bruder Claudius umgebracht worden war, um die Herrschaft selber an sich reißen zu können. Dann die Mutter Gertrud, die sich nur schwer zwischen ihrem Sohn und dem Schwager entscheiden kann, der sie aber heiraten will. Und die – krass gestaltete – Edelprostituierte Ophelia, die den Sohn erotisch ablenken soll, aber sich unversehens in ihn verliebt (und umgekehrt). Dazu noch als eine Art Buffogestalt ein Pastor, der unter anderem vorgibt, das berühmte „Sein oder Nichtsein“ verfasst zu haben. Letzteres – wie auch einige andere originale Shakespeare-Texte – wurden vom Chor gesungen, den der berühmte Arnold-Schönberg-Chor darstellte.
Anno Schreier hat gerade für den Chor die bewegendsten Passagen seines neuen Werkes geschrieben. „Sein oder Nichtsein“ – dieser berühmte Monolog des Hamlet, ist eigentlich gar nicht komponierbar, so sagte Anno Schreier in einem Presseinterview. Nicht als Solomonolog jedenfalls, aber es mit dem Chor zu versuchen, im Madrigalstil, so geht es - nach der Erfahrung des Zuhörers - tatsächlich, und sogar auf eine sehr eindringliche und nahe gehende Weise. Bevor der Chor diesen Text singt, gibt es eine andere intensive Stelle, als Hamlet vergebens nach Ophelia ruft und nur eine einsame Pauke quälende Takte lang aus dem Orchester antwortet. „Hören Sie das?“ fragt der Pastor, „das ist die Stimme Gottes. Das Jenseits schweigt.“ Und Hamlet antwortet erschüttert: „Wir sind allein“. Anschließend gibt der offenbar tief frustrierte Pastor eine Art negatives „Credo“ zum besten, indem er in abgeschrägten Wiener-Walzer-Takten seine zynische Skepsis offen bekennt: „ich weiß es nicht, und deswegen glaube ich.“ 
Die umfangreiche Presseresonanz, die das Werk ganz überwiegend lebhaft begrüßte, hob vor allem darauf ab, dass hier eine moderne Oper vorliege, die dem Publikum entgegenkommt und die Vorurteile gegen „moderne“ klassische Musik zu zerstreuen vermag. Dem jungen Komponisten geht es in der Tat darum, Musik für die Menschen zu schreiben - Musik nicht für den Elfenbeinturm, sondern Musik, die packt und berührt. Den begeisterten Reaktionen des Publikums und der Presse nach zu urteilen, ist dieses Ziel auch diesmal erreicht worden.
Anteil daran hatten selbstverständlich die Sänger, die in Starbesetzung mit größtem Einsatz das neue Werk auf die Bühne brachten. Zu nennen sind der junge Bariton André Schuen als Hamlet und Theresia Kronthaler als Ophelia. Gertrud und Claudius, die „ältere Generation“ wurde verkörpert durch die veritablen Opernstars Marlies Petersen und Bo Skovhus. Der Kontratenor Jochen Kowalski gab die Sprech-Rolle des toten Hamlet. Ein besonderes Kabinettstück lieferte Kurt Streit als der frustrierte Pastor ab. Das Sinfonieorchester des Österreichischen Rundfunk unter Michael Boder war bestens in Form und brachte die Musik mit spürbarem Engagement zum Klingen.

Dr. Josef Schreier

 

 

 

 

Die Aachener Pianistin und Klavierpädagogin

Prof. Ulla Graf-Nobis

ist am 16. Oktober 2016

im Alter von 77 Jahren nach langer schwerer Krankheit den Folgen eines tragischen Unglücksfalls erlegen.

Wir haben eine feninsinnige und engagierte Kollegin und Musikerin verloren und trauern mit dem Ehemann, dem Kollegium der Kölner Musikhochschule und den Aachener Studierenden.

Neuerscheinungen im Laaber-Verlag:

Musikphilologie  , 340 Seiten, herausgegeben von Reinmar Emans / Bernhard Appel

voraussichtl. November 2016

und

Noch bis zum 31.12.2016 zum Subscriptionspreis:

Sachlexikon des Musiktheaters

Arnold Jacobshagen / Elisabeth Schmierer (Hrsg.)
667 Seiten mit 163 Abbildungen. Geb. € 78,– (Subskriptionspreis bis 31.12.2016, danach ca. € 88,–)
ISBN 978–3–89007–781–9
 

 

 

Schatten über bundesdeutscher Musikpädagogik - Rekordbeteiligung beim Bundeskongress

Vom 21. -25. September trafen sich in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz etwa 1300 Musikpädagogen zum Bundeskongress Musikunterricht zu dem der Bundesverband Musikunterricht eingeladen hatte - eine Rekordbeteiligung. Von den Musikerziehern wurden zahlreich Defizite beklagt: Eine Musiklehrerin berichtet über einen Schüler der Klasse 11., der bis dahin noch keinen regelmäßigen Musikunterricht erhalten hatte (Rheinland-Pfalz). Immer mehr Musikunterricht wird bereits in den Grundschulen fachfremd erteilt, die Ausbildungsplätze werden weniger, Fachausbildung wird durch Fortbildung ersetzt.

Zur Pressemitteilung   des Verbandes

Bericht der Rhein Zeitung Koblenz

 

Herzliche Einladung zu einem hochkarätig besetzten Kompaktseminar der Deutschen Suzuki Gesellschaft e.V.: Link zur Seite hier

...und hier eine CD-Empfehlung zu einer aktuellen CD aus dem kleinen aber ambitionierten Label Genuin:

Monodialogue mit dem israelischen Bratscher Guy Ben-Ziony. Titel gebend ist eine Komposition des israelischen Komponisten Menachem Wiesenberg.

Außerdem Werke von Georg Philipp  Telemann (3 Fantasien in Bearbeitung für Viola solo) Sonate für Bratsche ohne Begleitung von Paul Hindemith und Elegie für Viola solo von Igor Strawinsky.

Geigen aus dem Holocaust erklingen in Israel

Der Tel Aviver Geigenbauer Amon Weinstein restauriert Violinen. die den Holocaust überstanden haben:

Auch in Aachen waren die Instrumente schon zu hören und zu sehen: Link zum Artikel der Zeit

 

Shakespeare und die Musik – und „Hamlet“ als Oper
Das Jahr 2016 ist ebenso wie schon 2014 ein Jahr des Gedenkens an William Shakespeare. Der englische Dramatiker war 1564 geboren und, erst 52jährig, im Jahre 1616 gestorben. Diese relativ kurze Lebensspanne zeitigte dennoch ein umfangreiches und wirkmächtiges literarisches Werk, das Shakespeare zu einem der berühmtesten Dichter der Weltliteratur machte.
Dabei war seine Wirkung auch auf musikalischem Gebiet sehr stark. Vor allem seit dem 18. Jahrhundert ergießt sich eine wahre Flut von musikalischen Umsetzungen seiner Werke in Form von Opern, Schauspielmusiken oder auch sinfonischen Reflexionen seiner Dramenmotive. Eine vor einigen Jahren erschienene wissenschaftliche Zusammenstellung aller Musikwerke, die von Shakespeare inspiriert sind, umfasst nicht weniger als fünf Bände.
Gewiss ist von diesen Werken bei weitem nicht alles heute noch im Repertoire unserer Opernhäuser und Sinfonieorchester zu finden. Aber eine beträchtliche Anzahl davon ist doch lebendig und wird immer wieder aufgeführt. Im Blick auf das Musiktheater wird man natürlich sofort an Verdis „Othello“ und „Falstaff“, Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ oder an den „Sommernachtstraum“ als Bühnenmusik von Mendelssohn und als Oper von Benjamin Britten denken; markant aus neuester Zeit sicher auch noch der „Lear“ von Aribert Reimann. „Romeo und Julia“ gibt es in unterschiedlichsten Fassungen; als Oper (Bellini, Gounod), als dramatische Sinfonie (Berlioz), als „Fantasie-Ouvertüre“ (Tschaikowsky), als Ballett (Prokofieff) – und schließlich gehört auch die „West Side Story“, das Musical  von Leonard Bernstein, in diesen Zusammenhang, in diese „Wirkungsgeschichte“ hinein.
Bei all diesen musikalischen Adaptionen fällt freilich auf, dass sie zum Teil recht frei mit der Vorlage umgehen. Sie nehmen das jeweilige Stück von Shakespeare gewissermaßen nur zum Anlass, das vorgegebene dramatische Motiv auf eine eigene und eigenständige Weise zum Erlebnis werden zu lassen. Denn im Grunde setzen die Originalstücke mit ihrer eigenen großen Wirkung einer direkten „Musikalisierung“, die ihre eigenen Gesetze mit sich bringt, einiges an Widerstand entgegen. So sind denn auch einige markante Opernprojekte tatsächlich missglückt, so etwa Verdis Versuch am „King Lear“ oder Beethovens Vorhaben einer Macbeth-Oper, für die sogar bereits ein Teil des Librettos aus der Feder eines damals sehr bekannten Autors vorlag. Besonders aber sind Felix Mendelssohn-Bartholdy, Robert Schumann, Michael Glinka und Georges Bizet am „Hamlet“ gescheitert.
Da fällt nun auf, dass gerade dieses Stück – oder dieses dramatische Motiv – des unglücklichen Dänenprinzen im Shakespeare-Jahr 2016 auf dem Musiktheater eine Art Auferstehung feiert. Die Bregenzer Festspiele haben unlängst die Hamlet-Oper des italienischen Komponisten Franco Faccio aus dem Jahre 1865 mit Erfolg ausgegraben. Und das traditionsreiche Theater an der Wien hatte den aus Monschau stammenden Komponisten Anno Schreier für dieses Jahr mit einer ganz neuen Hamlet-Oper beauftragt. Sie wird am Mittwoch, 14. September 2016 in Wien uraufgeführt und mit Spannung erwartet.
Auch dieses Werk nimmt Shakespeares Originalstück zum Anlass, noch etwas tiefer zu graben. Der Librettist Thomas Jonigk bezieht sich natürlich auf Shakespeare, greift aber auch die Quellen auf, aus denen der Dichter seinerzeit selber geschöpft hatte. Dabei gerät das Ganze noch ein Stück düsterer und hintergründiger als das Original selbst. Sein „Hamlet“ sei ebenso dunkel wie grotesk, sagt der Librettist. Und die Musik von Anno Schreier entspricht dem genau. Man darf sehr gespannt sein, wie das Werk im renommierten Wiener Haus sich darstellt und wie es „ankommt“. Die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls gut. Es gibt profilierte Solisten wie die in allen großen Opernhäusern der Welt gastierende Sopranistin Marlis Petersen und den großen Bariton Bo Skovhus. Einen überaus wichtigen Part in dem Werk spielt der Chor, der mit dem Wiener Arnold-Schönberg- Chor ebenso renommiert besetzt ist. Das Orchester ist das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Michael Boder. Eine Aufnahme der Uraufführung wird am Freitag, 16. September, ab 19.30 Uhr im Radio-Programm ORF 1 gesendet.
Dr. Josef Schreier

 

 

Peter Feuchtwanger verstorben

Der renommierte Klavierpädagoge und Pianist Prof. Peter Feuchtwanger ist am 18. Juni 2016 kurz vor Vollendung seines 77. Lebensjahres in London verstorben. Zahlreichen jungen Pianisten der Region ist er in bleibender Erinnerung durch seine Meisterkurse im Bonner Augustinum 

 

Sonntag, der 6. März 2016, 17.00 Uhr, Stadtkirche Monschau

Beeindruckendes Konzert - Fritz ter Vey mit dem Aachener Vokalensble in der evangelischen Stadtkirche Mondschau

Die Evangelische Kirchengemeinde Monschauer Land hatte für den ersten Märzsonntag zu einem Konzert in die nun wieder als attraktiver Konzertort zur Verfügung stehende Monschauer Stadtkirche eingeladen. Was sich auf Plakat und Programm schlicht als Chorkonzert ankündigte, zeigte sich der trotz heftigen Schneetreibens erschienenen sachverständigen Zuhörerschar als hochkarätige Veranstaltung mit einem neuen Ensemble der Spitzenklasse. Erst seit etwas über einem halben Jahr probt das Aachener Vokalensemble unter Leitung von Fritz ter Wey - in der Region und in der Reihe der Konzerte der evangelischen Kirchengemeinde kein Unbekannter - zusammen. Das Ergebnis dieses Projektes mit dem renommierten Chorleiter ließ aufhorchen: 14 Sängerinnen und Sänger hatten ein geistliches a capella - Programm mit Werken aus der Zeit von 1600 bis zum 20. Jahrhundert mit höchsten chorischen Ansprüchen erarbeitet.
Bereits der  Beginn des Konzertes mit Werken von Meistern des 20. Jahrhunderts, A hymn to the virgin von Benjamin Britten und  Salve Regina von Francis Poulenc, beeindruckte durch höchste Klangkultur und reinste Intonation. Für den Eingang nutzte das Ensemble die nun wieder begehbare Empore der schönen Barockkirche zur Entfaltung eines besonderen räumlichen Klangerlebnisses. Alle Ensemblestimmen erwiesen sich gleichwertig besetzt und zeigten höchste Klangkultur.
Mit dem Ave Maria in der eigenen Bearbeitung für gemischten Chor des bayrischen Komponisten und Chordirektors Franz Biebl erklang ein romantisches Werk, das nur durch die Lebensdaten des Autors als Werk des 20. Jahrhunderts gelten kann. Den Maria gewidmeten Programmabschnitt beschloss das Stabat Mater von Antonio Caldara. Stilistisch umklammerte dieses Werk mit dem aus der gleichen Epoche stammenden Crucifixus von Antonio Lotti zwei Kompositionen, die einer besonderen Erwähnung  wert sind: Zunächst erklangen die Lamentationes Jeremiae von Thomas Tallis, ein fünfstimmiges Werk dieses Kirchenkomponisten der Tudorenzeit, der vor- und nachreformatorisch wirkte. Vermutlich ein Spätwerk des Komponisten, schrieb er dieses Werk trotz der reformatorischen Neuausrichtung des kirchlichen Lebens im elisabethanischen Zeitalter als lateinische Motette. Dem Ensemble gelang das Werk durchsichtig und in beeindruckender klanglicher Homogenität. Ein ganz anderes Klangerlebnis bereiteten drei Motetten des tschechischen Komponisten Antonin Tucapsky. Das Ensemble vermittelte sowohl im Tristis est anima mea wie auch  in den beiden lateinischen Vaterunser emotionalisierende Akkordfarben und beeindruckend schöne fundamentale Bassstimmen. Bei so mannigfaltiger englischer Vokalmusik durfte natürlich Musik des englischen Barockgenies Henry Purcell (Remember not Lord our offences und Hear my Prayer, oh Lord nicht) fehlen. Den Abschluss bildete ein romantisches Chorwerk des Berliner Domkantors Albert Becker (Sehet welche Liebe) mit einem bemerkenswert wohl klingenden tiefen C der Ensemblebässe.

Das neue Ensemble erfüllte das Monschauer barocke Kleinod Stadtkirche mit wunderbaren Vokalfarben, großer chorischer Disziplin und mit beeindruckender Gestaltungskraft bei nur ganz seltenen Abstimmungsproblemen. Die veränderte Akustik nach dem Umbau  zeichnet den Kirchenraum nun als besonders für Vokalmusik geeignet aus. Das Aachener Vokalensemble bedankte sich beim begeisterten Publikum mit drei Zugaben. Insbesondere die Invocation (zeitgen.) der Amerikanerin Claudia Bigler wie auch das Bleib bei uns des deutschen Romantikers Joseph Gabriel Rheinberger  zeigten noch einmal die breite Repertoirefächerung dieses Ensembles auf.       Uwg.

 

 

Herzliche Einladung zum

Konzert mit Werken des aus Monschau gebürtigen Komponist Anno Schreier am

13. September 2015, 17:00 Uhr, Aukloster Monschau, Bürgersaal

Träume bloß noch, Vier Lieder nach Gedichten von Christian Morgenstern

Katharina Hagopian, Sopran; Nare Karoyan, Klavier

 

Neues Werk des erfolgreichen Monschauer Komponisten Anno Schreier! Hier

Zum Pressebericht:  Aachener Zeitung

Neue Musikschulleitung in Bonn! Doris Bischler tritt am 1. Oktober die Nachfolge von Uwe Gäb an, der zum Januar 2014 aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist. Info hier

Vom 18. - 28. September 2014 findet in der Musikhochschule Köln der Internationale Musikwettbewerb Köln statt. Die 1. und 2. Runde im Fach Klavier wird in der Aachener Musikhochschule durchgeführt. Auch das Studio für Musikpädagogik Monschau ist Teilnehmergastgeber.

Meldungen Januar bis September 2014 hier! (Stichworte: Kulturfördergesetz NRW, LAG Tanz "Jugend tanzt", "Musik und Bewegung bilden", zum Tod von Dorothea Craxton, Liederabend Christine Albert, Anno und Gero Schreier, Zum Tode von Alice Herzl-Sommer, Kompostitionen für Klavier von Konrad Lang, Helène Grimaud)


A. Schreier, U. Gäb, T. Kronau, K. Lang, I. Gäb (verst. 11.11.2017)